Bestandssanierung BIM-fähig gemacht

Berliner Wahrzeichen freistehend eingerüstet

Die Sanierung des Berliner Funkturms war eine mehrfache Herausforderung: Weder existierten die ursprünglichen Baupläne des knapp 100 Jahre alten Turms, noch konnte die Gerüstkonstruktion zur statischen Sicherung mit dem Bauwerk verbunden werden. Diese schwierigen Ausgangsbedingungen belegen eindrücklich, welche Lösungspotenziale in der Digitalisierung der Planungs- und Bauabläufe liegt. Gleichzeitig zeigte dieses Sanierungsprojekt, wie wichtig künftig für bauausführende Unternehmen das Peri Angebot des projektbegleitenden Infomations- und Prozessmanagements sein wird.

Berlin (ABZ). – Auch wenn BIM in Deutschland bedingt durch seine kleinteilig strukturierte Bauwirtschaft noch weitgehend in Pilotprojekten Anwendung findet, wird die Digitalisierung der Planungs- und Bauabläufe mittel- und langfristig zur bestimmenden Wirklichkeit werden. Diese Entwicklung hat Peri unmittelbar mit dem Aufkommen von BIM für sich erkannt und sich seit 2011 intensiv und systematisch mit der Umsetzbarkeit dieser Planungsmethode auseinandergesetzt. Umso wichtiger war und ist es für Peri, seinen Kunden den Weg in das digitale Planen und Bauen zu ebnen und zu öffnen. Wie leistungsfähig Peri diese Prozesse bereits heute unter dem Dach des "Digital Transformation Office" gestalten kann, lässt sich u. a. an der Organisationsstärke des Engineerings ablesen. So arbeiten gegenwärtig mehr als 1300 Projektingenieure weltweit im direkten Kundensupport. Die Vorteile dieser konsequenten Service- und Prozessorientierung kamen auch bei dem denkmalsgeschützten Funkturm in Berlin zum Tragen, der nach der BIM-Methode saniert wurde. Grundlage der komplexen Gerüstplanung war ein 3D-Bauwerksmodell. Durch das Fehlen der Bestandspläne des knapp 100 Jahre alten Funkturms wurde zu Beginn der Planungsphase von Peri ein 3D-Laser-Scanning durchgeführt. Softwaregestützt ließ sich die daraus resultierende Punktwolke in ein CAD-fähiges 3D-Modell konvertieren. Auf dieser Basis konnten die Peri Projektingenieure ihre Gerüstlösung an die komplizierte Bauwerksgeometrie des Funkturms problemlos anpassen. Neben der 3D Planung in Peri CAD waren u. a. Leistungen wie die Planungskoordination, automatisierte Kollisionsprüfung und Sicherheitschecklisten Teil der Peri BIM-Lösung.

Die Hauptaufgabe der Sanierung bestand darin, den alten Anstrich zu entfernen, einen neuen Korrosionsschutz aufzutragen und schließlich die komplette Stahlkonstruktion neu zu beschichten. Der beauftragte Gerüstbauer, die OHV Gerüstbau GmbH, stand vor der ungewöhnlichen Aufgabe, ein 48 m hohes Peri Up Arbeitsgerüst freistehend aufzustellen, von dem aus die aufwendigen Sanierungsarbeiten sicher ausgeführt werden konnten. Freistehend bedeutete, dass die Gerüstkonstruktion ohne Montage von Verankerungen oder Klemmen am Stahlskelett des Funkturms zu errichten war. Um das Gerüst als eigenständige Konstruktion um den Funkturm herum zu bauen, nutzten die Peri Ingenieure die konstruktiv bedingte Flexibilität und Kombinierbarkeit ihrer Systemschalungen und -gerüste auf intelligente Weise aus. Dabei war jede Ebene des einzurüstenden Funkturms aufgrund seiner schräg nach oben verlaufenden Form anders auszuführen. So mussten mehr als 20 unterschiedliche Gerüstlagen an das vorhandene Fachwerk angepasst werden. Dabei waren eine Vielzahl möglicher Kollisionspunkte zu berücksichtigen. Der effiziente und sichere Montageablauf konnte durch die hohe Planungsqualität und die frühe Simulation von möglichen Problemstellungen bei der Umsetzung auf der Baustelle gewährleistet werden.


Das freistehend montierte, anfangs 48 m hohe Peri Up Flex Arbeitsgerüst wurde im Zuge des Sanierungsfortschritts sukzessive rückgebaut.Fotos: Peri

Besonderes Augenmerk galt in diesem Zusammenhang der Lage der vielen Vertikalstielen. Sie konnten aufgrund der Funkturmgeometrie nicht, wie es sonst die Regel ist, senkrecht von unten bis oben durchlaufen. Zum Einsatz kamen hier deshalb Stahlträger des Variokit Ingenieurbaukastens. Sie übernahmen die horizontale Verteilung der Lasten aus den vertikalen, aber entsprechend versetzt angeordneten Gerüststielen. Beide Baukastensysteme – Variokit und Peri Up – basieren auf dem metrischen Raster und sind daher untereinander kompatibel aufbaubar. Zudem sorgen standardisierte Verbindungsteile für eine kraftschlüssige, nahezu unerschöpfliche Kombinierbarkeit der Systembauteile. Um die notwendige Standsicherheit der freitragenden Peri Up Gerüstkonstruktion zu gewährleisten, entschieden sich die Peri Ingenieure für eine besondere statische Lösung. Auf Variokit Trägerrosten aufgelagerte Wasserbehälter mit einem Gesamtgewicht von rd. 120 t sorgten auf einer Grundfläche von 28,5 m auf 28,5 m von Beginn der Arbeiten an für die notwendige Ballastierung der Konstruktion. Innerhalb des Gerüsts ließen sich die horizontalen Windlasten durch DW 15 Spannstahlverbänden zuverlässig ableiten, die zusätzlich zu den vertikalen Diagonalverbänden eingebaut wurden. Ebenfalls in die Gerüstkonstruktion integriert war ein Treppenzugang zu den einzelnen Arbeitsebenen.

Nach der kompletten Montage der Gerüstkonstruktion konnten die Sanierungsarbeiten innerhalb von nur wenigen Wochen ohne Probleme ausgeführt und der Funkturm pünktlich zur IFA 2018 im August an den Bauherrn übergeben werden. Das freistehend montierte, anfangs 48 m hohe Peri Up Arbeitsgerüst wurde im Zuge des Sanierungsfortschritts sukzessive rückgebaut.

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