Digitalisierung

Smarte Prozesse für komplexe Entsorgungslogistik

Wilnsdorf (ABZ). - Die Entsorgungslogistik stellt im Fuhrparkmanagement besondere organisatorische Anforderungen. Neben Fahrzeugen und Fahrern müssen zahlreiche Nachweise geführt, Fristen überwacht und Dokumente aktuell gehalten werden – häufig parallel zum laufenden Betrieb. Bei der Rieck Entsorgungs-Logistik GmbH & Co. KG bedeutete das nach Unternehmensangaben über Jahre papierbasierte Abläufe, Tabellen in der Verwaltung und einen hohen Abstimmungsaufwand im Tagesgeschäft.

Der Impuls zur Digitalisierung entstand laut Unternehmen aus dem operativen Alltag. Foto: PersoFleet

Mit der schrittweisen Digitalisierung zentraler Prozesse durch PersoFleet wurden verschiedene Verwaltungsaufgaben digital zusammengeführt.

Im Bereich der Entsorgungslogistik umfasst das Fuhrparkmanagement neben Disposition und Wartung auch umfangreiche Dokumentations- und Nachweispflichten. Fahrerqualifikationen, Prüf- und Wartungstermine sowie gesetzlich vorgeschriebene Nachweise unterliegen unterschiedlichen Laufzeiten und Vorgaben. Relevante Unterlagen müssen jederzeit aktuell verfügbar sein, etwa bei Kontrollen oder Audits.

Nach Angaben des Unternehmens wurden Dokumente zuvor überwiegend manuell verwaltet, Fristen über Tabellen und Erinnerungsfunktionen überwacht und Unterlagen in Papierform in den Fahrzeugen mitgeführt.

„Der hohe Verwaltungsaufwand war spürbar. Dokumente liefen zu unterschiedlichen Zeitpunkten ab und mussten regelmäßig händisch ausgetauscht werden“, erläutert Norbert Matula, Beauftrage Person für Abfall und verantwortlich für Compliance, Dokumentation und Nachweiswesen bei der Rieck Entsorgungs-Logistik in Neuss.

Die Rieck Entsorgungs-Logistik ist Teil der Rieck Logistik-Gruppe. Nach Unternehmensangaben beschäftigt die Gruppe rund 1.000 Mitarbeitende an mehreren Standorten in Deutschland, Tschechien und China. Der Standort Neuss ist auf Entsorgungslogistik spezialisiert und betreut seit mehr als 25 Jahren Kunden aus Industrie, Handel und Gewerbe.

Der Impuls zur Digitalisierung entstand laut Unternehmen aus dem operativen Alltag. Unterschiedliche Fahrzeugtypen wie Absetzer, Abrollkipper oder Überkopflader bringen jeweils eigene Anforderungen an Dokumentation, Fahrerqualifikation und tägliche Kontrollen mit sich. Ziel sei gewesen, Verwaltungsaufwand zu reduzieren und Informationen zentral verfügbar zu machen, ohne bestehende Prozesse vollständig umzustellen.

Mit der Einführung der Fuhrparkmanagement-Plattform PersoFleet wurden Stammdaten, Dokumente und Fristen zentral hinterlegt. Fahrer erhalten über mobile Endgeräte Zugriff auf die jeweils relevanten Informationen.

Im täglichen Einsatz dient PersoFleet bei der Rieck Entsorgungs-Logistik nach Herstellerangaben vor allem der Verwaltung von Dokumenten und Fristen. Führerscheine, Fahrerqualifikationsnachweise, ADR-Bescheinigungen sowie fahrzeugbezogene Unterlagen werden digital hinterlegt und mit Ablaufdaten versehen. Erinnerungsfunktionen unterstützen Fahrer und Verwaltung bei der Terminüberwachung.

Foto: PersoFleet

Darüber hinaus wird die Plattform für interne Informationen genutzt. Über ein digitales Informationsboard werden unter anderem Fahrerhandbücher, Gefahrgut- und Betriebsanweisungen sowie sicherheitsrelevante Hinweise bereitgestellt.

Auch die tägliche Abfahrtskontrolle erfolgt digital. Festgestellte Mängel können direkt über die Anwendung gemeldet und an die Software übermittelt werden. Nach Herstellerangaben filtert das System automatisch Meldungen mit weiterem Handlungsbedarf heraus.

„Das vereinfacht Abläufe erheblich und sorgt für mehr Transparenz“, ergänzt Sebastian Löffler, Fuhrparkbeauftragter bei der EL Neuss.

PersoFleet ist laut Hersteller modular aufgebaut und kann um weitere Funktionen ergänzt werden. Dazu zählen digitale Schadensmeldungen mit Fotodokumentation, automatisierte Übersetzungen für mehrsprachige Anwendungen sowie zusätzliche Auswertungsfunktionen.

„Wir nutzen PersoFleet sehr gezielt für die Anforderungen unserer Entsorgungslogistik. Man muss hier aber klar hervorheben: Das System ist deutlich leistungsstärker, als es unser heutiger Nutzungsumfang abbildet“, ordnet Norbert Matula ein.

Auch aus Sicht des Anbieters steht die praktische Anwendbarkeit im Vordergrund. PersoFleet basiert nach Unternehmensangaben auf den Erfahrungen von Alexander Berghäuser, der seit mehreren Jahren im Bereich Fuhrparkmanagement tätig ist.

„Im Gegensatz zu branchenüblicher Software und datengetriebener Telematik setzen wir die Menschen im Fuhrpark in den Fokus. Digitale Fuhrparklösungen sollen im Alltag unterstützen und sich an die betrieblichen Anforderungen anpassen.“

Nach Angaben der Beteiligten konnten durch die Digitalisierung Dokumente, Fristen und Kommunikationswege zentral gebündelt werden. Insbesondere in Bereichen mit umfangreichen Nachweispflichten sollen dadurch Verwaltungs- und Abstimmungsaufwände reduziert werden.