Digitale Inventur

RFID-Technologie verkürzt Zeitaufwand

Heidelberg (ABZ). – Die Firma Wattro aus Heidelberg hat ein System entwickelt, das die jährliche Inventur in Handwerksbetrieben durch RFID-Technologie und intelligente Software erheblich verkürzen soll.

Betriebsmittel können via App ebenfalls mit Wattro verwaltet werden. Foto: Wattro

Nach Unternehmensaussage lässt sich der Zeitaufwand um bis zu 80 % verringern.

Das Problem kennen viele mittelständische Handwerksbetriebe: Die jährliche Inventur bindet Personal, erfordert oft die Rückholung von Fahrzeugen von Baustellen und führt zu Betriebsunterbrechungen. Besonders aufwändig wird es bei Betrieben mit mehreren Fahrzeugen, da alle Geräte in Transportern und Montagefahrzeugen erfasst werden müssen.

Das Heidelberger Technologie-Unternehmen kombiniert nach eigenen Angaben intelligente Software, RFID-Technologie und mobile Werkzeuge zu einem digitalisierten Inventurprozess. Der erste Baustein ist die intelligente Datennutzung: Geräte, die in einem frei wählbaren Zeitraum bereits am Scan-Terminal erfasst wurden, gelten automatisch als gezählt. Laut der Firma reduziert dies eine typische Inventurliste oft schon vorab um ein Drittel. Für Fahrzeuge bietet Wattro eine dezentrale Lösung per Smartphone. Mitarbeitende scannen die Geräte im Fahrzeug selbst, ohne ins Lager zurückkehren zu müssen. Nach Herstellerangaben reichen zehn bis fünfzehn Minuten pro Fahrzeug aus, um den Bestand vollständig zu erfassen.

Im Lager kommt ein RFID-Handheld zum Einsatz, das mehrere Betriebsmittel gleichzeitig erfasst und auch Werkzeuge erkennt, die nicht sichtbar im Regal liegen. Mit einer Reichweite von bis zu 2 m lässt sich laut Wattro ein komplettes Lager in Minuten anstatt Stunden durchlaufen. Mehrere Mitarbeitende können parallel arbeiten, da alle Daten in Echtzeit zusammenlaufen. Das System zeigt automatisch an, welche Geräte erfasst wurden, wo Differenzen bestehen und welche Positionen noch fehlen. "In Gesprächen mit Kunden haben wir immer wieder gehört, wie aufwändig die Inventur mit ausgedruckten Listen ist", berichtet Bastian Boger, Mitgründer und Entwickler bei Wattro. "Die Listen werden von Hand ausgefüllt, dann wieder abgetippt. Das kostet enorm viel Zeit."

Die Inventur sei nur ein Baustein des Systems. Wattro wird ganzjährig genutzt, wodurch alle Werkzeuge, Maschinen und Fahrzeuge ohnehin im System erfasst sind. Prüfintervalle, Defekte, Zuweisungen und Standorte werden automatisch dokumentiert. Das System bietet laut Wattro paralleles Arbeiten mehrerer Mitarbeiter, Echtzeit-Transparenz und sofortige Auswertungen. Exportfunktionen stehen direkt für Steuerberater zur Verfügung. Da die automatische Erfassung im System erfolgt, wenn Geräte entnommen werden, entfällt die Lagerschließung während der Inventur.