VDBUM Großseminar 2026 in Willingen
Optimistisch und mit Hochdruck ins Baujahr 2026
Hannover/Willingen (ABZ). - Mehr als 50 Vorträge im Seminarprogramm, Förderpreis, Azubi-Cup und Fachausstellung – das VDBUM Großseminar hatte wieder einiges zu bieten und konnte gleich zwei Rekorde vermelden: Zum 54. Event des Verbands wurden erstmals 1200 Teilnehmende gezählt und auch beim vom VDBUM ausgelobten Förderpreis gab es erstmals 53 Bewerber.

Ein Höhepunkt der Galaabende ist die Verleihung der VDBUM-Förderpreise. Die drei Erstplatzierten Unternehmen waren Dynapac, Bauhaus-Universität Weimar und abaut. Zum Gewinnerfoto nahmen Aufstellung: Dirk Bennje (VDBUM-Präsident, v. l.), Prof. Jan Scholten (VDBUM-Vorstand), Marten Buse (Dynapac), Prof. Dr. Jürgen Melzner (Bauhaus-Universität Weimar in Vertretung von Claudia Föllmer), Sebastian Kaluza (abaut) und Marco Fecke (stellvertretender VDBUM-Vorstand). Foto: Kai-Werner Fajga
Einmal mehr erwies sich das VDBUM Großseminar auch im Jahr 2026 als bedeutender Treffpunkt von Baugewerbe und Bauindustrie – über 50 Vorträge im Seminarprogramm, Förderpreis, Azubi-Cup, Fachausstellung und einiges mehr standen auf der Agenda des dreitägigen Events.
Dirk Bennje, Präsident des VDBUM, konnte anlässlich der Eröffnungsgala des Seminars in Willingen gleich zwei neue Rekorde verkünden: erstmals haben sich 1200 Teilnehmende zu dem Event angemeldet (100 mehr als im vergangenen Jahr), und auch bei den Einreichungen zum Wettbewerb um den VDBUM-Förderpreis konnten erstmals 53 Bewerber gezählt werden. "Es war ein Großseminar der Superlative", lautete dann auch das Fazit von Bennje nach der Veranstaltung. "Wir haben die ultimative Teilnehmerzahl erreicht, die wir an diesem Standort erreichen können. Das Vortragsprogramm war von höchster Qualität, wie die Rückmeldungen von Teilnehmenden bestätigen, zudem waren die rund 50 Vorträge durch die Bank gut besucht", so Bennje weiter.
"Die Baubranche war früher ein Erlediger, nun befindet sie sich im Wandel zum Partner, um die Herausforderungen dieses Landes zu bewältigen", erklärte er bei der Eröffnung der ersten Abendgala. Als entscheidendes Thema nannte er die Kommunikation von Baumaschinen auf der Baustelle. Dies sei durch die Entwicklung von MiC 4.0 möglich – "aber es flutscht noch nicht richtig".
Bennje wies hier auch auf den SiteRouter hin. Der VDBUM warb an seinem Stand für die herstellerunabhängige Datendrehscheibe, die nach dem Vorbild des etablierten Agrirouters bei Mischflotten und inkompatiblen Schnittstellen eine einheitliche Verbindung schafft. "Wir verstehen uns als Anbieter, der die Datenkommunikation vorantreibt", so Bennje. "Wenn die Politik 500 Milliarden Euro verspricht, dann müssen die Gelder auch fließen", sagte der VDBUM-Präsident am Mittwochmorgen zum Start des Seminarprogramms und brachte auf den Punkt, woran es der Branche fehlt: "Wir brauchen Verlässlichkeit." Der VDBUM versteht es als seine Aufgabe, Brücken zwischen der Branche und der Politik zu bauen.

VDBUM-Geschäftsführer Dieter Schnittjer (v. l.), Michael Gutzeit (TransnetBW), Jörg Laue (Hochtief), Prof. Dr. Christian Lippold (Autobahn GmbH) und Oberst i.G. Stefan Gruhn (Bundeswehr) bestritten die von Alexandra von Lingen moderierte Diskussionsrunde vor dem interssierten Publikum. Zu dem beliebten Event des Verbandes wurden in diesem Jahr erstmals 1200 Teilnehmende gezählt. Foto: Cornelia Rachow
Lebendiges Programm
Die Podiumsdikussion startete am ersten Seminartag mit einem Impulsvortrag von Oberst i.G. Stefan Gruhn vom Kompetenzzentrum Baumanagement Düsseldorf, eines von sieben Kompetenzzentren der Bundeswehr. Er erklärte, dass für die angestrebte Kriegstüchtigkeit bis 2029 neue Liegenschaften benötigt werden, und nun Leistungen extern vergeben werden, um Neubau- und Sanierungsprojekte zu beschleunigen. Seine knappe Botschaft freute die Anwesenden "Das Geld ist da. Ich brauche von Ihnen zeit- und bedarfsgerechte Infrastruktur und freue mich, wenn Bagger in Bundeswehrkasernen rollen", sagte Gruhn. Im Anschluss nahm die Podiumsdiskussion unter dem Seminarmotto "Brücken bauen – Zukunft gestalten" Fahrt auf.
Thematisiert wurden unter anderem zu lange Planungszeiten von Bauprojekten und Bürokratieabbau sowie die überfällige Umsetzung von BIM in Bauprozessen. Das dreizügige Vortragsprogramm beinhaltete die Schwerpunktthemen "Trassen- und Gleisbau", "Straßen- und Brückenbau", "Forschung und Entwicklung", "Digitalisierung und BIM-Lösungen", "Abbruch und Recycling" und "Werkstatt und Logistik" und wurde außerordentlich gut von den Teilnehmern angenommen, teilweise waren Vortragsräume bis auf den letzten Stehplatz gefüllt. Bestens besucht war auch die Fachausstellung.

Kajus Wiens (Regional Sales Manager, v. l.), Stefan Brinktrine (After Sales Manager DACH) und Harry Hage (hat den ersten LiuGong 922FE in Deutschland getestet) und Matthias Mähler (DACH-Manager bei LiuGong Machinery Europe B. V.) zeigen sich zufrieden mit dem Interesse am chinesischen Baumaschinenhersteller. Nicht nur zum Großseminar, sondern auch zum Verlauf des vergangenen Jahres sagt Mähler: "Es läuft gut." Foto: Cornelia Rachow
Markus Bühl,Prokurist und Vertriebsleiter ROAD Süd/Ost bei der Wirtgen Group, war während des Events Referent und Ansprechpartner von Hauptsponsor Wirtgen Group. "Die Qualität des Events ist wirklich hoch, es macht uns Spaß. Die Besucher hier sind auch für unser Netzwerk wichtig, und es sind auch sehr viele Kunden von uns da." Bühl freute sich darüber, dass in Willingen viel positives Feedback von Kunden und Interessenten aufgenommen werden konnte, und dass die Entwicklungs- und Produktansätze der Wirtgen Group wertgeschätzt würden. Bühl: "Es gibt uns auch ein ganz gutes Gefühl, dass nicht nur unsere Auftragseingänge gut sind, sondern dass wir auch in Zukunft in die richtige Richtung entwickeln. Wir sind gern Schwerpunktpartner in diesem Jahr und haben viele gute Gespräche geführt."

Markus Bühl (Prokurist und Vertriebsleiter ROAD Süd/Ost bei der Wirtgen Group) war während des Events Referent und Ansprechpartner vom Hauptsponsor, der Wirtgen Group. Foto: Kai-Werner Fajga
Preise und Gewinner
Ein weiteres Highlight in Willingen war die Verleihung des VDBUM-Förderpreises, nun bereits zum 13. Mal verliehen. 53 Anmeldungen für die drei Kategorien bedeuteten einen neuen Rekord. Gewinner der Kategorie "Entwicklungen aus der Industrie" wurde der Elektro-Großfertiger SD25 80C e der Dynapac GmbH. In der Kategorie "Projekte aus Universitäten und Hochschulen" gewann Road2Go: GST digital", eine Masterarbeit von Claudia Föllmer von der Bauhaus-Universität Weimar.
In der Kategorie "Innovationen aus der Praxis" konnten die drei Nominierten den Gästen der Abendgala ihre Innovationen und deren Praxisrelevanz vorzustellen. Dies waren die abaut GmbH mit "die nächste Generation der Telematik", die Adam Hörnig Baugesellschaft mbH & Co. KG mit dem "Verschub-Monitoring-System" und die Leonhard Weiss GmbH & Co. KG mit dem "Greifersystem Bahntunnel".

Markus Erdrich (Head of Sales - Division Heavy Haulage) und Sven Küster (Area Sales Manager Europe) von der Doll Fahrzeugbau GmbH präsentieren DOLL Next, die neue Tiefbett-Sattelauflieger-Serie im Ausstellungsbereich des Großseminars. Foto: Cornelia Rachow

Dieter Schnittjer (Geschäftsführer des VDBUM, l.) im Gespräch mit Arne Stehnken (Geschäftsführer von syniotec). Schnittjer sagt: "Noch vor ein paar Jahren waren Sie auf der anderen Seite bei den Start-ups." Foto: Cornelia Rachow
Die 910 Führungskräfte der Baubranche, Umwelt- und Maschinentechnik – auch dies ein Rekord – entschieden sich per eVoting-Abstimmungsgerät mehrheitlich für "die nächste Generation der Telematik". VDBUM-Vorstand Prof. Jan Scholten zeichnete alle Gewinner gemeinsam mit Präsident Dirk Bennje und Vizepräsident Marco Fecke aus.
Die Deutschen Meisterschaften im Steuern von Baumaschinensimulatoren – kurz: der Azubi Cup – erlebten am dritten Veranstaltungstag ihr Finale. Zum dritten Mal nach 2022 und 2024 hatte der VDBUM gemeinsam mit seinen Partnern Michael Scholz und Yann Eisenbarth von BIK und VTechsaar, die Baumaschinensimulatoren der Firma Acreos bereitstellten, den Wettbewerb in Theorie und Praxis veranstaltet. Aus den acht Vorentscheiden in ganz Deutschland gingen 24 Finalisten hervor, die noch einmal ihr ganzes Können zeigten.
Auf der großen Bühne bei der Abendgala wurden dann die drei Besten ausgezeichnet. Drittplatzierter wurde Dean Gründel (Landschaftsgestaltung- Straßen, Tief und Wasserbau GmbH, Freiberg), den zweiten Rang erreichte Tim Schmittgal (Schneider GmbH & Co. KG, Öhringen), Bester der Besten wurde Leon Koppenhöfer (Schneider GmbH & Co. KG, Öhringen).
VDBUM-Vorstand Roland Caillé, der die Preisverleihung gemeinsam mit seinem Vorstandskollegen Dirk Jank moderierte, würdigte die tolle Leistung aller Teilnehmer und ermunterte die anwesenden Unternehmen dazu, ihre Auszubildenden zu einer Teilnahme am nächsten Azubi Cup zu ermuntern. Nach dem Ende des Großseminars fand bereits zum dritten Mal am Freitagvormittag der "Tag der Arbeitskreise" statt.
Auch mit diesem letzten Programmpunkt wurde noch ein Rekord gebrochen, denn rund 130 Interessierte nahmen an den vier Arbeitskreisen "Baulogistik", "Elektrotechnik", "Wasserstoff/Alternative Antriebe" sowie "Werkstatt 4.0" teil oder brachten sich bei der Gründung des neuen Arbeitskreises "Allgemeine Technik/Hydraulik" ein. Das 55. VDBUM Großseminar findet vom 16. bis 19. Februar 2027 – wie gewohnt wieder in Willingen – statt. Die Verantwortlichen freuen sich schon jetzt darauf.


