Mehr Frau am Bau

Die Autorin Andrea Trapp.Foto: Dropbox

München. - Wohnungsnot, knapper werdende Ressourcen, fehlender Talentnachwuchs, Klimaneutralität und Digitalisierung: Der rasante Wandel unserer Gesellschaft fordert das traditionsbewusste Bauwesen mehr denn je heraus, mit neuen Ideen und innovativeren Konzepten zu reagieren.

War das Gesicht der Baustelle lange Jahrzehnte männlich und vom Geruch körperlich harter Arbeit, Schweiß, Muskelkraft und Staub geprägt, sieht man seit einiger Zeit mehr und mehr Frau im Bau. Woran liegt das? Mit dem Zuwachs an weiblichen Arbeitskräften, im Management wie auch auf der handwerklichen Seite, erschließt das Bauwesen sich eine völlig neue Zielgruppe - mit einer neuen Perspektive und frischen Ideen. Die Frauen.

Die Ära der Baby-Boomer-Generation auf dem Bau neigt sich ihrem Ende zu. Eine Welle der Verrentung im Bau führt bereits jetzt zu schmerzlichen Personalengpässen und Fachkräftemangel. Hier können Bauingeneurinnen punkten und die Lücken mit ihrem Know-how und technischem Verstand füllen. Schaut man sich aktuellen Zahlen des statistischen Bundesamtes zu Studienanfängern in den Fächern Architektur und Bauingenieurwesen an, ist der Frauenanteil im Fach Architektur vom Wintersemester 2002/2003 im Vergleich zum Wintersemester 2018/2019 von einem bereits leichten Überhang von 53 Prozent auf beachtliche 60 Prozent geklettert und im Fach Bauingenieurwesen von 24 Prozent auf immerhin 29 Prozent

Ebenso erfreulich ist, dass langsam, aber stetig der Frauenanteil in MINT-Berufen generell steigt, so eine aktuelle Studie der Bundesagentur für Arbeit, die besagt: „Der Frauenanteil an den MINT-Beschäftigten ist mit 15,4 Prozent zwar nach wie vor unterdurchschnittlich, die Entwicklung der letzten Jahre zeigt aber zumindest eine leicht steigende Tendenz.“ Weiter heißt es: „Gegenüber dem Höchststand der 1990er-Jahre (1996) standen 2017 rund 25.000 MINT-Absolvent(inn)en mehr dem Arbeitsmarkt zur Verfügung (+30,8 Prozent).”

Mehr weiblicher Einfluss auf allen Ebenen im Bausektor bedeutet auch ein moderneres Image und die Chance auf frischen Wind. Neue Arbeitsmethoden und technologischer Fortschritt verheißen weniger harte körperliche Arbeit. Dadurch öffnet sich das traditionell von Männern dominierte Bauwesen einer viel größeren und diverseren Zielgruppe. Meine Prognose lautet, dass sich auch aufgrund groß angelegter Förderprogramme dieser Trend fortsetzen wird.

Langsam, aber stetig steigt der Frauenanteil in MINT-Berufen generell, so eine aktuelle Studie der deutschen Bundesagentur für Arbeit, die besagt: „Der Frauenanteil an den MINT-Beschäftigten ist mit 15,4 Prozent zwar nach wie vor unterdurchschnittlich, die Entwicklung der letzten Jahre zeigt aber zumindest eine leicht steigende Tendenz.“ Weiter heißt es: „Gegenüber dem Höchststand der 1990er-Jahre (1996) standen 2017 rund 25.000 MINT-Absolvent(inn)en mehr dem Arbeitsmarkt zur Verfügung (+30,8 Prozent).”

Mehr weiblicher Einfluss auf allen Ebenen im Bausektor bedeutet auch ein moderneres Image und mehr Chance auf frischen Wind. Neue Arbeitsmethoden und technologischer Fortschritt verheißen weniger harte körperliche Arbeit. Dadurch öffnet sich die traditionell von Männern dominierte Baubranche einer viel größeren und diverseren Zielgruppe. Meine Prognose lautet, dass sich auch aufgrund groß angelegter Förderprogramme dieser Trend fortsetzen wird.

Erst kürzlich habe ich ein Expertinnen-Interview mit der Diplom-Kauffrau Tanja Leis gelesen, die am RKW Rationalisierungs- und Innovationszentrum der Deutschen Wirtschaft e. V. in Eschborn das Pilotprojekt „Frauen in der Bauwirtschaft – Potentiale besser erschließen“ durchführte. Sie hat für einen höheren Frauenanteil im Bauwesen die folgenden Top 5-Argumente ermittelt: “Erstens schließt ein großes Potenzial an gut qualifizierten Frauen den Personalengpass an Fachkräften. Zweitens gehört Gender Diversity heute zu einer modernen Unternehmenskultur. An dritter Stelle sehe ich eine höhere Meinungsvielfalt innerhalb der Unternehmen. Viertens: Ein erhöhter Frauenanteil verbessert und erhöht das Arbeitgeber-Image. Und fünftens können mehr weibliche Kunden gewonnen werden.” Diesen fünf Punkten stimme ich voll und ganz zu.

Digitale Workflows erhöhen insgesamt die Transparenz in Bauprojekten.Abb.: Dropbox

Im Trend liegende serielle und modulare neue Bauweisen, wie etwa das Bauen mit modularen PreFab-Teilen, ermöglichen besonders schnelles, kostengünstiges und trotzdem qualitativ hochwertiges Bauen durch IT-gestützte Workflows. Das erleichtert bzw. ersetzt viele vorherige Arbeitsvorgänge. Daneben dienen auch neue Technologien wie Drohnen, Bau-Roboter oder auch 3D-Druck der Entlastung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, so dass diese künftig mehr Zeit für komplexere Aufgaben haben.

Digitale Workflows erhöhen insgesamt die Transparenz in Bauprojekten. Wenn von der Ausschreibung über die ersten Skizzen bis zu sämtlichen Bauunterlagen einfach alles 360° über eine digitale Plattform für alle Beteiligten einsehbar ist, hat die Kultur der sogenannten “Boys-Clubs” nur schwerlich Fortbestand. Durch digitale Plattformen sinkt auch der administrative Aufwand. Lästiger Papierkram, lange Korrektur- und Abstimmungsschleifen mit unerwünschten Zeitverzögerungen verschwinden zu Gunsten von agiler Kollaboration in Echtzeit. Kommunikative Fähigkeiten und Begabungen werden immer wichtiger, definitiv auch ein Grund für Frauen, stärker am Bau aktiv zu werden. Denn Digitalisierung ist immer auch ein großes Ja zur Zusammenarbeit auf neuen Wegen. Da bietet ein smarter Arbeitsplatz ganz neue Aussichten für Frauen, aber auch Männer.

Einer unserer Dropbox Business-Kunden, der europäische Technologiekonzern für Baudienstleistungen Strabag bringt beispielsweise vorbildlich Menschen, Baumaterialien und Baugeräte zur richtigen Zeit am richtigen Ort zusammen. „Die Digitalisierung unserer Arbeitsprozesse ist eine enorme Unterstützung. Sie fördert die Transparenz in allen Schritten, erhöht die Effizienz und Ausführungsqualität enorm”, so Ulrich Stuible, Fachgruppenleiter und Consultant bei Strabag.

Viele Studien haben gezeigt, dass unsere Arbeitsweisen völlig veraltet sind und wir immer ineffizient und unbefriedigend arbeiten, weil unser Fokus so oft von den eigentlichen Arbeitsinhalten abgelenkt wird. Unser Arbeitstag ist von Unterbrechungen geprägt, die uns davon abhalten, das zu tun, für was wir eigentlich eingestellt wurden. Dropbox hat das erkannt und löst diese Probleme mit dem im Herbst 2019 eingeführten ersten Smart Workspace, einem digitalen Arbeitsplatz, der alle Inhalte, Teams und Tools an einem Ort zusammenführt. Wir unterstützen in Europa und weltweit Firmen beim Ausbau ihres Geschäfts, weil wir ihnen den dafür nötigen Fokus ihrer Teams durch den Einsatz smarter Technologien zurückgeben.

Neben der gesteigerten Transparenz ermöglicht die Digitalisierung auch ganz neue Formen der Teilhabe. Mehr Stimmen können gehört werden, mehr Perspektiven werden sichtbar. Dass die Mitarbeitenden ein großer Innovationsmotor sein können, solange man ihnen die Freiheit lässt - ein Kernbestandteil unserer Smart Workspace-Philosophie -, zeigt sich bei Strabag par excellence: Ausgehend von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die in vorangegangenen Baustellen teilweise „Pläne2Go“ auf ihren privaten Tablets mit auf die Baustelle brachten, verbreitete sich diese Arbeitsweise schnell und die Verwendung wuchs dynamisch. „Nun statten wir Polierinnen und Poliere standardmäßig mit Tablets aus“, berichtet Oberbauleiter Frank Winzer: „So läuft es mit den meisten Innovationen: Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind die Treiber und bestimmen letztlich, was genutzt wird, nicht die IT-Leitung oder das Management. Dies entsprach auch schon in der Vergangenheit unserer grundsätzlichen Unternehmens-Philosophie und tut es in der heutigen Zeit nur umso mehr.“

Bauen wird sich in den kommenden Jahren enorm weiterentwickeln. Experten sehen auf der Baustelle der Zukunft immer mehr fertige Komponenten, beispielsweise komplette vorgefertigte Einrichtungsbereiche - wie Bäder - zum schlüsselfertigen Einbauen in das Gebäude. Technologien wie der 3D-Druck oder Roboter werden auch in der Baubranche verstärkt zum Einsatz kommen. Im Zuge der voranschreitenden Digitalisierung werden alle Beteiligten auf der Baustelle immer stärker vernetzt sein und die Visualisierungen der Pläne neue Formen annehmen. Die zunehmende Digitalisierung wird auch mehr Frauen auf den Bau locken, da Technik-gestützte planerische und koordinierende Tätigkeiten nichts mehr mit körperlicher Überanstrengung zu tun haben werden und flexible Arbeitsmodelle Einzug in das traditionelle Baugewerbe haben.

Ich bin fest überzeugt, dass durch die Erleichterung der Arbeit bei immer größer und komplexer werdenden Bauvorhaben in immer kürzerer Zeit digitale Cloud-Kollaborationslösungen den Eintrittschein für mehr Frauen in diesem Berufsfeld darstellen können. Dasselbe gilt aber auch für Männer, die beispielsweise eine Elternzeit in ihren Lebenslauf einbauen möchten. Letztendlich legen die digitalen Tools die Basis für bessere, freiere Zeiteinteilung, Arbeit über örtliche Grenzen hinweg und flexiblere Entscheidungen auf stets aktuellen - da digital synchronisierten - Grundlagen. All das ermöglicht es Männern, aber explizit auch den historisch stärker von der Familie in Anspruch genommenen Frauen, ihren Beruf und ein Familienleben unter einen Hut zu bringen.

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Die Autorin ist Director of Business für das Gebiet Nord- und Zentraleuropa (DACH, UK und Irland sowie die Nordics und die Baltischen Staaten) bei Dropbox und leitet ihre Teams aus München heraus.

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