Bei Nacht und Nebel

KI-unterstützte Kameras für bessere Sicht

Las Vegas/USA (ABZ). – Das Technologie- und Elektronikunternehmen Aumovio hat auf der Consumer Electronics Show (CES) im Januar in Las Vegas ein neues Kamerasystem vorgestellt, das nach Herstellerangaben die nutzbaren Bildinformationen bei eingeschränkten Lichtverhältnissen mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz verbessert.

In Fahrzeugen verbaute Kameras mit unterschiedlichen Sichtfeldern und Reichweiten erkennen die Umgebung präzise – eine Schlüsseltechnologie für das assistierte und automatisierte Fahren. ABB.: Aumovio

Das System soll bei Nachtfahrten, Sprühregen oder beim Rückwärtseinparken im Platzregen für scharfe Bilder sorgen und dem Bordsystem detaillierte Daten liefern. Die Kamera-Technologie nutzt laut Aumovio gezielt Infrarotlicht für bessere Bilddaten.

Der Markt verlangt nach leistungsstarken Kameras, auch weil bei internationalen Institutionen wie Euro NCAP Fahrsicherheitssysteme bei Neuwagen an Bedeutung gewinnen. Fahrerassistenzsysteme benötigen Sensoren wie Kameras und Radar, um Verkehrssituationen zu erkennen und zu interpretieren. Kameras sind für eine Umwelterkennung und die Visualisierung der Fahrzeugumgebung im Cockpit erforderlich.

"Hochauflösende, verlässliche Bilddaten sind die Voraussetzung für eine sichere Mobilität, vor allem auch mit Blick auf die Zunahme von assistierten und automatisierten Fahrfunktionen", sagt Thomas Petzold, Leiter Produktlinie Kamera und Ultraschallsensoren im Geschäftsfeld Autonomous Mobility bei Aumovio.

Das neue Kamerasystem mit "Night Vision"-Funktion nutzt nach Herstellerangaben millionenfach bewährte Hardware-Komponenten, die robust und langlebig sind. Das Kameraportfolio, in dem sich verschiedene Komponenten wie Linse, Bildsensor, Stecker, Datenübertragung und Chip kombinieren lassen, wurde um KI-Software ergänzt.

Die KI wird auf einem zentralen Steuergerät zur Bildbearbeitung eingesetzt. Der Kamera-Algorithmus soll Kontraste optimieren und dem Bordsystem auf Basis der Kamerabilder exaktere Daten liefern als herkömmliche Systeme. Aus verkehrsrechtlichen Gründen darf das Umfeld rechts und links des Fahrzeugs nicht mit sichtbarem Licht beleuchtet werden.

Haufgrund der algorithmus-basierten integrierten Kontrastverbesserung kann laut Aumovio auch dieser Bereich besser erfasst werden. Das Kamerasystem beleuchtet die kritischen Zonen nur virtuell für die Datenerfassung des zentralen Steuergerätes, nicht in der realen Fahrzeugumgebung. So sollen beispielsweise Personen oder Wildwechsel am dunklen Fahrbahnrand rechtzeitig erkannt werden.

Für eine gute Sicht bei herausfordernden Wetterbedingungen wie dichtem Nebel, starkem Regen oder Schnee arbeitet Aumovio an einer Allwetter-Kameravariante. Diese ist für das Erkennen von Objekten und Verkehrssituationen auf der Straße vor dem Fahrzeug in einer Entfernung von bis zu 160 m mit einem speziellen Infrarotfilter ausgerüstet.

Alle Kameras eines Fahrzeugs sind mit Infrarotfiltern ausgestattet, weil Lichtwellen im Infrarotspektrum die Farbdarstellung stören könnten. Der Filter wurde in einem kleinen Bereich vor der Kameralinse geöffnet, um einen klar umrissenen Wellenbereich des Infrarotlichts für eine exaktere Bilddarstellung zu nutzen.

Aumovio setzt für die meisten Anwendungsfälle auf Kamerasysteme mit maximal acht, für spezielle Anwendungen auch auf bis zu 18 Megapixel, um die Bordcomputersysteme nicht zu überlasten. Eine Kombination aus hoher Auflösung, einem modularen Baukasten, der Nutzung infraroter Wellenlängen und intelligente Software zur Kontrastverbesserung bilden nach Herstellerangaben die Basis für das Kameraportfolio.

Aumovio führt seit dem Spin-off im September 2025 das Geschäft des ehemaligen Continental-Unternehmensbereichs Automotive als eigenständiges Unternehmen.