Neue Technologie für Depot-zu-Depot-Logistik
Iveco erprobt teilautonome Lkw auf öffentlichen Straßen
Ulm (ABZ). – Iveco hat laut eigenen Angaben gemeinsam mit dem KI-Spezialisten Plus, dem Logistikdienstleister DSV und dem Einzelhändler dm-drogerie markt ein mehrmonatiges Pilotprojekt zur Erprobung teilautonomer Lkw abgeschlossen.

Die für den Test eingesetzte IVECO S-Way Sattelzugmaschine war mit der KI-basierten, hochautomatisierten Fahrlösung von Plus ausgestattet. Foto: Iveco
Die Tests fanden auf öffentlichen Straßen in Deutschland statt und sollten die Vorteile der autonomen Lkw-Technologie in Bezug auf Sicherheit, Effizienz und Kraftstoffeinsparung belegen.
Nach einem intensiven Prüf- und Validierungsverfahren sowie der Schulung der Fahrer wurde die Technologie auf der Strecke zwischen zwei Lagerhäusern in Krefeld und Hennef unter realen Bedingungen getestet. Es handelte sich laut Iveco um den ersten Test dieser Technologie auf öffentlichen Straßen in Deutschland.
"Diese erfolgreiche Demonstration ist ein weiterer wichtiger Schritt auf unserem Weg zur Kommerzialisierung hochautomatisierter Fahrtechnologien in der Logistikbranche", erläutert Marco Liccardo, Chief Technology & Digital Officer der Iveco Group. Durch das Pilotprojekt habe man die Fähigkeiten des fortschrittlichen Fahrerassistenzsystems im realen Betrieb validieren und Verbesserungen bei der Sicherheit, der Kraftstoffeffizienz und der Gesamtfahrleistung bestätigen können.
Die für den Test eingesetzte IVECO S-Way Sattelzugmaschine war mit der KI-basierten, hochautomatisierten Fahrlösung von Plus ausgestattet. Zusätzlich verfügte das Fahrzeug über fortschrittliche Sensoren wie Lidar, Radar und Kameras, die dem Fahrer eine 360-Grad-Sicht rund um das Fahrzeug ermöglichen. Die autonome Fahrtechnologie kann nach Herstellerangaben normale Fahrmanöver auf der Autobahn automatisch durchführen, darunter das Zentrieren der Fahrspur, Spurwechsel, Stauassistenz und Ausweichmanöver, wobei der Fahrer das System überwacht. Zudem soll das System den Kraftstoffverbrauch um etwa 10 % senken können.
"Der Fokus liegt auf der Depot-zu-Depot-Logistik, da sich die Technologie hervorragend für wiederkehrende Prozesse eignet, bei denen ausreichend Daten vorhanden sind", erläutert Peter Matthiesen, Senior Director, Group Innovation, Mobility & Truck Technology bei DSV.
Das Pilotprojekt bestätigte laut den Beteiligten die erwarteten Ergebnisse, insbesondere hinsichtlich der verbesserten Sicherheit und Zuverlässigkeit. "Das autonome Fahrsystem zeigte durchgängig ein sicheres Fahrverhalten, insbesondere beim Spurhalten, beim Spurwechsel, beim adaptiven Fahren und beim Umgang mit vorhersehbaren Verkehrssituationen", heißt es in der Mitteilung.
Mit der Erprobung der Technologie ebnen die Projektpartner nach eigenen Angaben den Weg für die künftige Inbetriebnahme teilautonomer Lkw und die Tests vollautonomer Fahrlösungen für die Logistik. Es wird erwartet, dass in Serie gefertigte selbstfahrende Lkw bis 2027 in den USA und anschließend in Europa kommerziell verfügbar sein werden.
Fahrer werden laut DSV auf absehbare Zeit aus Sicherheitsgründen im Fahrerhaus bleiben, bis eine neue Infrastruktur entwickelt ist. Matthiesen sieht in der Technologie kein Risiko für Arbeitsplätze: "Die neue Technologie wird keine Arbeitsplätze vernichten – ganz im Gegenteil: Sie wird neue Möglichkeiten und Arbeitsplätze schaffen." Die Fahrer könnten so qualifiziert werden, dass sie ihr Know-how in anderen Bereichen einbringen können, etwa in Kontrolltürmen, die den täglichen Betrieb überwachen und unterstützen.


