Bauen 4.0

Gesteigerte Produktivität dank innovativer Sensortechnologie

Beim Projekt Muskrat Falls waren insgesamt 35 Concremote Sensoren im Einsatz, womit das Megaprojekt gleichzeitig auch die bisher größte Concremote-Baustelle der Welt ist.Foto: Doka

Maisach (ABZ). – Die Digitalisierung kann am Bau den entscheidenden Vorsprung bringen. Laut Studien sind derzeit noch bis zu 57 % der Arbeiten im Bauprozess nicht wertschöpfend, verursacht durch Fehler und Mängel, Warte- und Suchzeiten, unabgestimmte Bauprozesse und mangelnde Kommunikation. Mit der Digitalisierung sei es jedoch künftig möglich, diese Potenziale zu nutzen, ist sich Doka sicher. Ermöglicht werde das durch den Einsatz von innovativen Technologien. Ein Beispiel dafür sei Concremote – ein schon heute sichtbares Ergebnis der Digitalisierung – das mit Doka bereits auf über 100 Baustellen im Einsatz war. Concremote ermittelt den optimalen Zeitpunkt zum Ausschalen und steigere so die Produktivität erheblich, so der Hersteller. Damit leiste man mit Concremote einen wichtigen Beitrag zu BIM, der interaktiven und lückenlosen Prozessoptimierung über den gesamten Lebenszyklus eines Objektes.

Die Sensorlösung liefert Daten zur Temperatur- und Festigkeitsentwicklung von Beton in Echtzeit, entscheidende Informationen für den Bauablauf. So kann etwa mit Concremote die Taktzeit bei der Schalung des Gebäudekerns eines typischen 47-stöckigen Hochhauses um einen Tag verkürzt werden, was eine Produktivitätssteigerung um 20 % bedeutet.

Concremote ist vielseitig einsetzbar. Ob bei bis zu –40 °C beim Bau von Muskrat Falls, Kanadas zweitgrößtem Wasserkraftwerk oder beim Bau des 47-stöckigen Highpoint Hochhauses in London. Concremote hilft bei vielen Projekten den frühestmöglichen Ausschalzeitpunkt zu finden, verringert Taktzeiten, gibt Aufschluss ob die geplante Betonrezeptur geeignet ist oder optimiert werden sollte und dient als verlässliche Dokumentation, was ein großer Vorteil im Haftungsfall ist. Durch die Übermittlung von Echtzeitdaten macht Concremote Erfolge mess- und Schalungs- und Ortbetonarbeiten besser steuerbar. Zur Ermittlung verwendet Concremote zwei Sensortypen: einen kabellosen Deckensensor, der bei Ortbetondecken nach dem Abziehen in den Frischbeton eingesetzt wird oder einen Kabelsensor, der mit einem Messfühler für die Wand direkt in die Schalhaut der Wandschalung eingebaut bzw. mit zusätzlichen Kabeln im Beton gekoppelt werden kann.

Diese messen regelmäßig die Temperaturentwicklung des Frischbetons und übertragen die Daten an das Concremote-Rechenzentrum des holländischen Technologieunternehmens B|A|S, welches die Doka Group im Juli 2016 übernahm. Dort werden zuverlässige und normgerechte Informationen über die Festigkeitsentwicklung des Betons errechnet und der Baustelle in Echtzeit digital zur Verfügung gestellt. Die Daten können jederzeit und ortsunabhängig über ein gesichertes Webportal via Notebook, Tablet und Smartphone abgerufen werden.

Zusätzlich können Anwender über die Frühfestigkeit und Temperaturentwicklung per Email oder SMS benachrichtigt werden. Das ermögliche es den Verantwortlichen auf der Baustelle, wie etwa Polieren, Ausschalfristen, Nachbehandlungszeiten und den frühesten Zeitpunkt des Vorspannens zielsicher festzulegen. Die Messung der Wärmeentwicklung ist wichtig, um Spannungen aufgrund von Temperaturunterschieden im Bauteil zu beobachten. Dadurch können Risse und spätere Bauwerksschäden vermieden werden. Die Vermeidung von Rissen war auch ein wesentliches Kriterium für die Schalung von Muskrat Falls in Labrador, Kanada. Denn extreme Witterungsbedingungen waren beim Bau des 824-MW-Wasserkraftwerks, das die Provinzen Labrador und Neufundland mit Strom versorgen wird, eine besondere Herausforderung. So herrschten auf der Baustelle während des Betonierens Temperaturen von bis zu –40 °C im Winter und + 30 °C im Sommer. So mussten etwa die Einhausungen und Schalungssysteme weitgehend beheizt werden. Mit hunderten von Messungen konnte Concremote vor Ort eine verlässliche Temperaturkontrolle und damit die Qualität im Massenbeton sicherstellen. Insgesamt waren 35 Concremote Sensoren im Einsatz, womit das Megaprojekt gleichzeitig auch die bisher größte Concremote-Baustelle der Welt ist.

Wie Concremote dazu beiträgt, die Bauzeit zu verkürzen, zeigt das Wohngebäude Highpoint in London. Insgesamt wurden 2350 m³ Beton für den Kern des 155 m hohen Hochhauses, das nach Fertigstellung 457 Wohnungen beherbergen wird, verbaut. Durch den Einsatz von Concremote konnten beim Gebäudekern, die Taktzeiten erheblich verkürzt werden. Pro Takt und Stockwerk konnte ein ganzer Arbeitstag eingespart werden, insgesamt 47 Bautage. Verwendet wurden 4 Concremote Sensoren, eingebaut in das Selbstkletterschalungssystem SCP.

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