BIM im Tiefbau

Effizientes Planen am 3D-Modell

Polygonalschachtunterteil im Bauvorhaben Leimbachstraße in Siegen.Foto: ESi Entsorgungsbetriebe Siegen

MÜNCHEN/SIEGEN (ABZ). - Mit einer abgestimmten Prozesskette lassen sich BIM-basierte Planungen im Tiefbau realisieren, die einen spürbaren Effizienz- und Qualitätsgewinn bieten. Davon sind Unternehmen G&W Software Entwicklung und isl-kocher überzeugt. Sie haben ihre Software-Produkte darauf eingestellt.

Moderne Werkzeuge zur Erstellung von 3D-Modellen im Straßen- und Tiefbau beschleunigen Kostenplanung, Ausschreibung und Abrechnung und machen diese auch sicherer, so die Überzeugung der beiden Software-Hersteller. Mengen werden automatisch aus den 3D Objekten abgeleitet und reagieren auch auf Änderungen am Modell. Fehler wie Lücken und Überlappungen sind direkt im 3D-Modell sichtbar und können frühzeitig erkannt und behoben werden.

Kaum gab es die ersten CAD-Programme, entstand schon der Wunsch, die gezeichneten Informationen weiter nutzen zu können, z. B. für Mengenermittlung, Kostenermittlung, LV-Erstellung, Bauzeitenplanung und Abrechnung. So wurden bereits in den 80er-Jahren Schnittstellen zwischen CAD- und AVA-Programmen entwickelt. Allerdings stellte sich schnell heraus, dass diese CAD/AVA-Verbindung keineswegs das Allheilmittel war. Nutzten damals die meisten Planer ihre CAD-Programme nur zum zweidimensionalen Herstellen von Plänen (2D), liegt es auf der Hand, dass damit wesentliche Informationen für die Mengenermittlung und die folgenden Prozessschritte fehlen.

Das nächste Problem sind fehlende oder schlecht vorbereitete Stammdaten. Auch wenn ein Bauteil, wie z. B. eine Außenwand, dreidimensional konstruiert wird und damit alle erforderlichen geometrischen Informationen in dem digitalen Gebäudemodell enthalten sind (3D), sind weitere Bauteileigenschaften mit Verknüpfung zu entsprechenden Stammtexten (mit Kosteninformationen) erforderlich. Denn erst dann lassen sich damit automatisiert die zur Herstellung benötigten Leistungen mit ihren Mengen und den zugehörigen Kosten ermitteln.

Ein weiteres Problem ist kein technisches, sondern ein organisatorisches. In vielen Büros ist die CAD-Planung getrennt von AVA und Kostenplanung. Achtet der CAD-Planer nur auf seine planerische Tätigkeit und bereitet sein digitales Modell nicht sorgfältig für die nachfolgenden Arbeitsschritte vor, funktionieren weder eine automatische Mengen- und Kostenermittlung noch eine sinnvolle LV-Erstellung.

Heute lassen sich sowohl die technischen Probleme sowie die organisatorischen Aufgaben beherrschen. Letztere erfordern eine gute Ausbildung der Bearbeiter, ein Verständnis des gesamten Prozesses und eine sorgfältige Definition der Planungsmethodik. Sind diese Voraussetzungen gegeben, kann ein BIM-basierter Planungsprozess unter anderem die kaufmännisch-planerischen Aufgaben wie Mengen- und Kostenermittlung sowie Ausschreibung, Vergabe und Abrechnung erleichtern und beschleunigen.

Vor allem grafische Aufmaßlösungen gewinnen zunehmend an Bedeutung, denn der Austausch von digitalen Plandaten zwischen Auftragnehmern und Auftraggebern gehört heute zum Stand der Technik. Und die Nutzung von GPS-Geräten und Robotik-Stationen erleichtert der Arbeitsalltag bei der Bauvermessung und Absteckung massiv. Hier kann die Software des Siegener Unternehmens isl-kocher unterstützten. Der isl-baustellenmanager besteht aus verschiedenen Modulen und bietet Nutzern eine durchgängige Prozesskette von der Mengenermittlung in der Kalkulation über die Arbeitsvorbereitung und Abrechnung bis hin zur Bestandsdokumentation auf Basis grafischer Daten. Mit dem Kanalmodul z. B. kann der Anwender Mengen zur Kalkulation ermitteln und die Ausschreibungsmengen überprüfen. Geht der Auftrag im Bauunternehmen ein, kann das bereits erstellte Modell genutzt werden, um z. B. Fertigteile zu bestellen. Bauteillisten und Schachtuhren (schematische Zeichnungen der Zu- und Abläufe eines Schachtbauwerks) werden vollautomatisch aus dem Modell erzeugt. Das Modell ändert sich mit dem Baufortschritt, denn nach der jeweiligen Fertigstellung werden die Schächte im grafischen System auf die tatsächlich gemessenen Punkte geschoben und die Abrechnungsmengen sofort aktualisiert. Zudem ist das Arbeiten mit echten 3D-Volumenkörpern möglich. Da jetzt immer alle Objekte dreidimensional vorhanden sind, ist eine moderne modellbasierte Mengenermittlung in allen Modulen möglich. Damit werden die Vorteile des BIM-basierten Arbeitens bestmöglich genutzt.

Inhaber und Geschäftsführer von Baufirmen haben die Erfahrung gemacht, dass sich die Kosten für Anschaffung, Wartung und Schulung einer Software, die auf den Vorteilen von BIM aufbaut, durch die erreichten Einsparungen auf den Baustellen schnell amortisieren. Auch für die Planer kann die Nutzung der BIM-Methode messbare Einsparungen und damit Wettbewerbsvorteile bringen. So ist mit der Baukostenplanungs- und AVA-Software California.pro von G&W im Zusammenspiel mit den Tools von isl-kocher grafische Mengen- und Kostenermittlung im BIM-Prozess mit direkter Anbindung an CAD-, GIS- und ISYBAU-Daten auch im Tiefbau und insbesondere in der Energie- und Wasserwirtschaft möglich. Damit kann der Anwender den durchgängigen Workflow vom digitalen Geländemodell zum kaufmännischen Modell mit Kostenplanung, Ausschreibung, Vergabe und Abrechnung bis zur Kostendokumentation der abgeschlossenen Maßnahme abbilden.

Der Planer importiert aus California.pro das Leistungsverzeichnis ohne Mengen oder auch ein Jahres-LV. Dann kann er mit den grafischen Werkzeugen wie z. B. easyGM Grafische Mengenermittlung des G&W-Partners isl-kocher schnell aus Bilddaten, Plänen, 2D/3D-CAD-Lösungen, GIS-Systemen, ISYBAU-Daten die Mengen der benötigten Leistungen ermitteln. Diese werden an das AVA-Programm übergeben, wo damit bepreiste Leistungsverzeichnisse mit präzisen Mengen und Kosten entstehen. Der Anwender kann dann die Daten in California.pro direkt für Ausschreibung, Vergabe und Abrechnung mit laufender Kostenkontrolle weiterverwenden. Prüfbare Abrechnungsaufmaße können auch direkt aus digitalen Vermessungsdaten gewonnen werden und in der AVA-Software zur Rechnungsprüfung und Zahlungsfreigabe weiterverwendet werden.

Darüber hinaus ermöglicht das Programm durch Import der Daten aus der grafischen Mengenermittlung die automatische Generierung von Kalkulations- und Abrechnungs-Leistungsverzeichnissen auf der Basis von Rahmenverträgen und optimiert so die Prozesskosten für das Massengeschäft im Versorgungsunternehmen, in Entwässerungsbetrieben oder beim Straßen- und Grünflächenunterhalt.

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