Hilti

BIM-fähigen Bauroboter präsentiert

Der Jaibot soll vor allem das Bohren über Kopf vereinfachen.Foto: Hilti

Schaan/Liechtenstein (jes). – Mit dem "Jaibot" stellt Hilti den ersten semi-autonomen, mobilen Baustellenroboter des Unternehmens vor. Die Maschine wurde speziell für "Deckenbohrungen" entwickelt. Bei der Entwicklung des Jaibot ist Hilti laut eigenen Angaben neue Wege gegangen. So ist der Bohrroboter in enger Zusammenarbeit mit dem norwegischen Startup nLink entstanden.

Rund drei Jahre sind in die Produktentwicklung geflossen. Den Ausgangspunkt bildete dabei der Ansatz, Überkopfarbeiten zu vereinfachen, da diese erfahrungsgemäß zu den anstrengendsten und gefährlichsten Tätigkeiten im Baubetrieb gehören. Mit dem Jaibot habe man eine integrierte Lösung aus Hardware, Software und Service geschaffen, die es insbesondere Installationsunternehmen ermögliche, produktiver zu arbeiten und auch dem wachsenden Problem des Fachkräftemangels zu begegnen, erklärte Ruediger Wagner, Head of Open Technology Innovation & Robotics bei der Präsentation.

Der Roboter wird immer mit einer Hilti PLT 300 geliefert. Mithilfe dieser Totalstation können nicht nur Vermessungspunkte genau bestimmt werden, sondern sie dient dem Jaibot auch zur Orientierung im Objekt. Idealerweise werden die entsprechenden Daten durch ein Revit-Modell auf die PLT 300 aufgespielt. Alternativ könnten aber auch CSV- oder Auto-CAD-Dateien genutzt werden. Es sei keinesfalls ein hochkomplexes BIM-Modell notwendig, stellte Hilti klar.

"Der Jaibot führt die an ihn übertragenen Arbeiten auf Grundlage von BIM-Daten aus. Er ist selbstständig in der Lage, sich in Innenräumen akkurat auszurichten, Löcher zu bohren und diese anschließend für die verschiedenen Gewerke zu markieren", so Wagner. Gesteuert wird der Roboter kabellos per Fernsteuerung – insgesamt acht Stunden könne er ohne Ladung arbeiten.

Sobald der Jaibot den richtigen Standpunkt innerhalb des Objekts erreicht hat, führt er die Bohraufträge automatisch aus. "Die Produktivität der Bauindustrie hinkt seit Jahren anderen Branchen hinterher. Margendruck und der bereits jetzt spürbare Fachkräftemangel in der Baubranche machen es immer schwieriger, diesen Rückstand aufzuholen", sagt Jahangir Doongaji, Mitglied der Konzernleitung der Hilti Gruppe. "Die Digitalisierung bietet uns die Chance dies zu kompensieren – durch die intelligente Verbindung von Prozessen, Teams und Daten."

Eine solche Produktivitätssteigerung konnte Hilti nach eigenen Angaben bei umfangreichen Tests im Realbetrieb beobachten. Unter anderem in den Niederlanden und der Schweiz sei der Jaibot im vergangenen Jahr auf unterschiedlichen Baustellen eingesetzt worden. Von besonderem Vorteil erweise sich die Arbeit mit dem Roboter bei Gebäuden mit hohen Räumen sowie bei großen Bürobauten, Einkaufszentren oder auch Krankenhäusern, da dort häufig eine große Anzahl an Bohrungen vorgenommen werden muss. Bei einem Projekt im süddeutschen Raum habe der Jaibot insgesamt zwischen 30 000 und 50 000 Bohrungen vorgenommen und damit zu einem schnelleren Baufortschritt beigetragen.

Ende November feierte Hilti die Auslieferung des ersten Roboters. Kersten Retail aus den Niederlanden hat den ersten Jaibot in seine Flotte aufgenommen. Das Unternehmen hat sich auf den Ausbau von Handelsflächen spezialisiert. Gerade in diesem Bereich kommt es darauf an, Projekte in der vorgegebenen Zeit abzuliefern. Verlässlichkeit und eine vorhersehbare Schlagzahl seien unersetzlich, so Kersten Retail. Bereits seit vielen Jahren nutzt die niederländische Firma eine ganze Palette digitaler Technologien. Der Hliti Jaibot, so Kersten Retail, sei eine natürliche Erweiterung.

Ausgewählte Unternehmen

Die Anbieterprofile sind ein Angebot von llvz.de