Fahrerlos, effizient und sicher
Autonomes Fahrsystem definiert Radlader-Betrieb neu – mehrere Testmaschinen in Einsatz
Bischofshofen/Österreich (ABZ). – Auf der bauma 2025 feierte der autonome Radlader von Liebherr seine Weltpremiere – als technologisches Highlight und echter Publikumsmagnet. Liebherr entwickelt laut eigener Aussage seine autonome Lösung für Radlader, die sich in einem fortgeschrittenen Entwicklungsstadium befindet, intensiv weiter und erprobt .

"Liebherr Autonomous Operations" ermöglicht laut Hersteller einen fahrerlosen Radlader-Betrieb. Foto: Liebherr
"Liebherr Autonomous Operations" inzwischen bei mehreren Testkunden unter realen Bedingungen, heißt es seitens des Herstellers. Die Erfahrungen aus den aktuellen Feldtests fließen direkt in die Optimierung der Testmaschinen ein. Die Idee für einen autonomen Radlader entstand eigenen Angaben zufolge bereits im Jahr 2015 – mit dem Ziel, monotone Aufgaben effizienter zu gestalten und dem Fachkräftemangel aktiv entgegenzuwirken.
Schon im derzeitigen Entwicklungsstadium überzeugt das intelligente, vollautonome System durch eine benutzerfreundliche Bedienung und eine konstant hohe Maschinenleistung über die gesamte Einsatzdauer.
Mit dem autonomen System "Liebherr Autonomous Operations" hat die Liebherr-Werk Bischofshofen GmbH nach eigener Aussage einen wichtigen Meilenstein in der Digitalisierung des Radlader-Betriebs gesetzt. Mehrere Testmaschinen werden mittlerweile bei Kundinnen und Kunden in unterschiedlichen Einsatzszenarien erprobt – von industriellen Umgebungen über Mischanlagen bis hin zu anspruchsvollen Umgebungen wie Kieswerken und Steinbrüchen.

Betreiber starten die Einsatzplanung über die von Liebherr entwickelte Webapplikation "Liebherr Autonomous Job Planner". Foto: Liebherr
Die dabei gewonnenen Erkenntnisse helfen, die Technologie weiterhin gezielt auf die Anforderungen der Anwender auszurichten. "Wir haben auf der bauma 2025 mehr als eine technologische Vision gezeigt, nämlich ein System, das unseren Kunden im Arbeitsalltag einen klaren Mehrwert bieten wird. In diese Richtung entwickeln wir gezielt weiter – gemeinsam mit unseren Testkunden", erklärt Dr. Manuel Bös, Abteilungsleiter für Aufstrebende Technologien bei der Liebherr-Werk Bischofshofen GmbH.
"Liebherr Autonomous Operations" eigne sich besonders für monotone, sich wiederholende Aufgaben wie das Beschicken von Aufgabetrichtern oder das Verladen von Material von A nach B. Dadurch würden Freiräume für Mitarbeitende entstehen, die sich stattdessen abwechslungsreicheren und komplexeren Tätigkeiten widmen können – Aufgaben, bei denen menschliche Erfahrung und Entscheidungsfähigkeit gefragt sind. Auch Arbeiten in Gefahrenbereichen, etwa in einsturzgefährdeten Zonen eines Steinbruchs, lassen sich mit dem autonomen System sicher und fahrerlos ausführen.
So sollen Beschäftigte entlastet und gleichzeitig die Sicherheit auf der Baustelle erhöht werden. "Die Rückmeldungen unserer Testkunden zeigen, dass das System neue Möglichkeiten in der Arbeitsorganisation eröffnet", so Bös.
Die Einsatzplanung erfolgt über die von Liebherr entwickelte Webapplikation "Autonomous Job Planner". Arbeitsaufträge lassen sich dort ohne besondere IT-Vorkenntnisse einfach und grafisch in einer 3D-Einsatzumgebung definieren. Die Maschine erkenne ihre Umgebung, Haufwerke und Hindernisse mittels 3D-Umfeldsensorik – ganz ohne zusätzliche Hilfsmittel wie Drohnen oder separate Vermessungstechnik.
Auf dieser Basis plane die Maschine den individuellen Arbeitszyklus, führe diesen eigenständig aus und passe sich den Veränderungen der Umgebung sowie verschiedenen Schüttgütern vollautomatisch an. Dabei kommt das System ohne GPS aus, was den Einsatz auch in Hallen, unter Tage, an hohen Abbruchwänden oder unter der Vegetation erlaubt. Der autonome Radlader arbeitet laut Hersteller mit konstanter Performance und Effizienz und ermöglicht zugleich einen zeitunabhängigen und flexiblen Materialtransport.
Das soll für eine bessere Planbarkeit und höhere Produktivität sorgen. Gleichzeitig reduziert der maschinenschonende Betrieb den Verschleiß. "Die Maschine arbeitet effizient, vorausschauend und ressourcenschonend – das senkt die Betriebskosten und erhöht die Lebensdauer der Komponenten", erklärt Bös. Darüber hinaus Anwenderinnen und Anwender nahtlos zwischen dem klassischen, manuellen Kabinenbetrieb oder dem vollautonomen Betrieb umschalten können. Besonders für klein- und mittelständische Unternehmen eröffnet das autonome Fahrsystem neue Möglichkeiten in der Arbeitszeitgestaltung und beim gezielten Einsatz von Mitarbeitenden – und leiste damit einen wichtigen Beitrag zur digitalen Transformation der Branche.


